Ein gutes Brett beginnt im Wald, nicht im Regal. Es wird im Schatten getrocknet, am Ende gelagert, auf Risse gelauscht. Faserverlauf bestimmt Form, Werkzeugwahl bestimmt Stimme. Ein Zug mit dem Schrupphobel eröffnet Wege, der Feinschnitt bestätigt Absicht. Öl zieht langsam ein, Licht wandert darüber, Jahre zeichnen nach. Wer solche Oberflächen kennt, erkennt Stille im Alltag. Verrate uns, welche Hölzer dich begleiten und wie du ihr Eigenleben in deine Formen einlädst.
Wolle, die nach Weide riecht, wird gewaschen, kardiert, gesponnen. Leinengarn knistert anfangs, wird dann geschmeidig mit Geduld. Farben kommen aus Zwiebelschalen, Walnussschalen, Krapp und Reseda; jedes Bad verlangt Atem und Zeit. Muster entstehen im Rhythmus des Webstuhls, als Echo von Wasserläufen und Steigen. Es gibt keine Eile, nur Wiederholung und feine Korrekturen. Teile deine Färbeversuche, missglückten Partien und kleinen Siege, damit wir gemeinsam mutiger experimentieren können.