Am Ligurischen Meer zeigte mir ein Fischer eine unscheinbare Treppe zwischen Netzen und Booten. Sie führte in Gassen, dann auf einen alten Maultierpfad, der hoch in Kastanienwälder stieg. Kein Schild, kein Marker, aber jahrhundertelang begangen. Oben, am Kamm, roch es nach Harz statt Salz, und der Blick reichte zurück bis zum Hafen. Ohne den kurzen Plausch am Kai hätte ich diesen eleganten Übergang nie gefunden – ein Geschenk, das bis heute trägt.
Ein Schaffner in Brig empfahl mir die linke Seite im Regionalzug Richtung Domodossola. „Da sieht man die Lawinenverbauungen am besten“, sagte er und zwinkerte. Er hatte recht: Licht und Schatten zeichneten die Hänge, und ich verstand, wie Bahn und Berg zusammenarbeiten. Später führte ein stiller Pfad von Masera hinauf zu Kastanien und Trockenmauern. Der Wechsel vom Tunnellicht zur warmen Luft des Tales war so sanft, dass ich fast das Umsteigen vergaß – ganz Gegenwart, ganz Weg.